Ich denke auch, unsere Moderatorinnen sind diesbezüglich in einer blöden Situation. Intern werden sie ganz offensichtlich mit zu wenigen (oder falschen) Informationen versorgt, sollen sich hier aber allen Kritiken und Diskussionen stellen. Ein Spagat, der gar nicht möglich ist.
Ich finde das ganze jetzt schon sehr komödienhaft mit einem grossen Unterhaltungswert, und ich denke, das wird am Ende einem auch in Erinnerung bleiben. Ich fände es spannend zu erfahren, wie genau diese Zusammenarbeit zustande gekommen ist. Ich stelle mir es aktuell in etwa so vor:
Carl Elsener macht mit seiner Familie Urlaub in Florenz. Nach einem anstrengenden Besuch in den Uffizien will er in einem angrenzenden Café einen Espresso trinken. Dabei beobachtet er, wie La Marzocco wild fluchend an einer Cafémaschine herumhantiert. Hilfsbereit wie er ist eilt Herr Elsener mit seinem Explorer zu Hilfe. Am Ende fluchen beide, weil sich die Maschine nicht reparieren lässt, und seinen Espresso hat Herr Elsener auch noch nicht bekommen. Herr Elsener verspricht La Marzocco ihm für seine Maschinen ein Werkzeug zu konstruieren wenn er es schaffe, dass er endlich in den nächsten 5 Minuten seinen Espresso bekommt. La Marzocco schafft es gerade noch rechtzeitig den Espresso zu bringen mit Unterstützung der Nachbarn. Zurück in Ibach hält Herr Elsener sein Versprechen und liefert La Marzocco einen Messer-Prototyp. Der ist so begeistert davon, dass er im Gegenzug verspricht, für Herrn Elsener und seine Belegschaft gratis Victorinox-Cafémaschinen zu liefern sollte er innerhalb der nächsten Monate 500 Barista-Tools erhalten. Später bereut La Marzocco sein voreiliges Versprechen, sind doch seine Maschinen sehr teuer im Vergleich zu dem einfachen Werkzeug. Zudem besteht die Belegschaft bei Carl Elsener nicht wie angenommen aus 10 Personen, sondern mehreren tausend. In seiner Verzweiflung beschliesst La Marzocco, seine Barista-Tools heimlich vor Victorinox zu veröffentlichen um die Kunden bei ihm bestellen zu lassen. Gleichzeitig erhebt er einen starken Aufschlag auf die Messer, da er sich verkalkuliert hat und sich die Firma die versprochenen gratis Cafémaschinen eigentlich nicht leisten kann. Er denkt sich: also wer sich schon eine Cafémaschine für 20000 Euro leisten kann, dem sind doch 200 Euro für dieses Tool egal. Zudem kommt ihm eine weitere Idee. Wenn er nicht wie versprochen pro Kunden nur 1 Tool bestellen sondern die Anzahl offen lässt und und auch viel mehr Bestellungen aufnimmt, als er eigentlich Tools erhalten hat, hat er gute Argumente, Carl Elsener um eine weitere Lieferung zu bitten.
Wie geplant, wird es durchgeführt. Zwar muss La Marzocco unter dem Druck von Victorinox seinen verfrühten Release wieder von der Homepage entfernen. Dennoch hat er die Kunden für sich gewonnen und auf sich aufmerksam gemacht. Als dann die Bestellungen explodieren und sein Vorrat ausgeschöpft ist, wendet er sich als Bittsteller an Carl Elsener. Dabei kommt er persönlich mit seinem Lieferwagen in Ibach an, im Handgepäck 3 der versprochenen Cafémaschinen. Dabei hat er seine Argumente erweitert. Die Victorinox Sammler hätten seinen Kunden alle Barista-Tools weggekauft. Jetzt müsse er viele langjährige Kunden vertrösten, die wären sauer, weil er ihnen das versprochene Werkzeug nicht liefern könne. La Marzocco weint bitterlich. Durch diese Sammler habe er viele Stammkunden verloren, weshalb er noch mit seinem letzten Geld die Teile für 3 Cafémaschinen auf dem Markt kaufen und eigenhändig montieren konnte, zu mehr habe es leider nicht gereicht. Carl Elsener lässt sich erweichen. Sein Frust über das eigenmächtige Geschäftsgebaren von La Marzocco ist verflogen. Zudem ist er so begeistert von den neuen Victorinox-Cafémaschinen die ihm angeblich ermöglichen, einen Victoresso zu brühen, dass er La Marzocco uneingeschränkte Lieferungen verspricht. Die beiden fallen einander in die Arme und trinken anschliessend auf ihre Freundschaft und die gute Zusammenarbeit an. Prost.