Etwas, dass ich bei diversen Uhrenherstellern gesehen habe, ist die Möglichkeit, Produkte einzusenden für eine Überprüfung der Originalität. Sie kommen gewartet zurück mit einem Zertifikat, dass alles original ist, sowie einer neuen Garantieleistung. Dafür bezahlt man in aller Regel etwas.

Warum so etwas nicht auch bei Victorinox? Klar, Victorinox ist Massenware, und Uhren je nach Hersteller deutlich teurer. Aber: auch bei Victorinox gibt es zunehmend teure Sammlerstücke. Originale Soldatenmesser erzielen Preise bis CHF 2500.-, besondere Offiziersmesser bis CHF 10`000. Das sind besondere Stücke, das ist sicher so. Aber im Preisrange von CHF 200.- bis CHF 500.- gibt es sehr viel Sammlerstücke bei Victorinox. Und bei Vintage Taschenmesser, in meinen Augen alles vor ca. 1975, gibt es einen grossen Markt – allerdings auch viele Taschenmesser, welche nicht mehr in Originalzustand sind.
Bei Victorinox werden auch Vintage Taschenmesser repariert. Wenn man nicht ausdrücklich darauf hinweist, werden diese meist mit modernen, aber passenden Komponenten repariert (z.B. neue Schalen). Diese kommen dann retour und gelangen teilweise in den Handel. Für Käufer ist es schwierig bis teilweise fast unmöglich, originale von reparierten Taschenmessern zu unterscheiden. Für viele Sammler ist aber ein originaler Zustand entscheidend für den Wert. Deshalb mein Vorschlag:
Gegen eine bestimmte Gebühr kann bei Victorinox ein Produkt eingesendet werden, es wird überprüft, gewartet, allenfalls mit originalen und aus der Zeit stammenden Teile repariert, und es kommt mit einem Zertifikat retour. Darin wird bestätigt, dass:
- Das Produkt zu 100% in Originalzustand ist
- Angabe über das konkrete Modell und den ungefähren Herstellungszeitraum
- Garantieleistung von 5 Jahren beispielsweise
Dazu muss auf dem Zertifikat klar ersichtlich sein, dass es sich um das vorliegende Produkt handelt. Dazu hätte ich 2 Vorschläge:
- Fotos mit geöffneten Werkzeugen von der Vorder- und Rückseite
- Kleber hinter dem Korkenzieher des Messers mit einer Nummer entsprechend der des Zertifikats. Der Kleber soll gewissen Ansprüchen genügen, d.h. beim Entfernen geht er kaputt, entsprechend ist er nicht mehr gültig.
So etwas hat in meinen Augen nur Vorteile, für beide Seiten. Und zwar:
- Bestätigung darüber, ob etwas original ist (falls nicht, wird kein Zertifikat erstellt)
- Sicherheit für den Verkäufer wie auch den Käufer oder den Besitzer
- Victorinox befasst sich intensiver mit ihrer Geschichte, ihrer Produkte, und lernt dabei vieles dazu
- Käufer können auf das Zertifikat bestehen bei einem Verkauf
- Sicherstellung, dass Sammlerobjekte in ihrem Originalzustand bleiben.
Was sagt ihr dazu?