Vor ein paar Wochen haben wir euch unsere neue Kooperation mit Air Zermatt vorgestellt. Doch was steckt eigentlich hinter solchen Partnerschaften und wie entsteht eine Zusammenarbeit überhaupt?
In dieser Ausgabe von 5 Fragen an haben wir mit Philipp Steiner, Abteilungsleiter Sponsoring & Kooperationen (Global & D/A/CH), gesprochen. Seit knapp sieben Jahren betreut Philipp diesen Bereich bei Victorinox und sorgt mit seinem Team dafür, dass Marken, Menschen und Ideen sinnvoll zusammenfinden.
Hier kommen fünf ausgewählte Fragen aus der Community und seine Antworten:
Wie bereits im Eröffnungspost geschrieben, würde mich genau das interessieren, wie konkret so eine Zusammenarbeit zu Stande kommt. Wer macht den ersten Schritt, wer geht auf wen zu, was bedeutet konkret "Zusammenarbeit". Was kostet beispielsweise konkret die Zusammenarbeit mit Air Zermatt Victorinox? Und was für Vorteile ergeben sich daraus? Wie wird die Werbewirksamkeit überprüft?
Von Seiten Victorinox wählen wir unsere Partner & Plattformen ganz gezielt aus, dies gilt sowohl für Sponsoring-Partner als auch Kooperationspartner. In einem ersten Schritt gilt für uns selbstverständlich auch die langfristige übergeordnete Unternehmensstrategie, die Business Prioritäten sowie Marketing-Strategie. Auf Basis dieser Richtlinien planen wir für die einzelnen Kategorien auch unsere Partnerschaften mit dem Ziel, unseren Endkunden langfristig auch einen Mehrwert liefern zu können und die Produkte damit zu emotionalisieren. Schlussendlich sind es die Geschichten, welche mit Partnern geschrieben werden welche uns in ausgewählten Bereichen auch eine zusätzliche Expertise ermöglichen und liefern.
Von Seiten Victorinox möchten wir unsere Partner immer proaktiv auswählen anhand klar definierter Kriterien. Darunter gehren beispielsweise die gleichen Markenwerte und passende Markenpositionierung, Image-Fit, Überschneidung der Zielgruppen sowie einige weiterer Faktoren.
Zu einzelnen Partnerschaften und deren Preis können und dürfen wir aus rechtlichen Gründen (Vereinbarungen) keine Angaben machen. Eine Zusammenarbeit beruht aber immer auf Leistungen und Gegenleistungen. Das heisst konkret es erbringen beide Partner immer gewisse Leistungen, welche in der Kommunikation oder auf Seiten Produkte miteinfliessen.
Die Air Zermatt steht für absolute Qualität und Expertise im Bereich der alpinen Luftrettung sowie einem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsangebot für Piloten, Rettungssanitäter, Notärzte und Flughelfer. Bei diesen Einsätzen stehen Leben auf dem Spiel und die Vorbereitung und Ausrüstung spielt eine zentrale Rolle. Hier übernimmt unser Rescue-Tool eine notwendige Funktion und ist auf ihren Einsätzen unverzichtbar. Genau das wollen wir mit unseren Content-Produktionen damit auch zeigen.
Bezüglich Werbewirksamkeit haben wir klare KPIs (Messgrössen) welche wir auch von Seiten Victorinox messen können und müssen. Seien dies PR-Clippings oder die Reichweite auf Social Media und Messgrössen im Bereich von Newslettern oder schlussendlich damit verbundene Produkt-Verkäufe.
Kommen Kooperationen infrage, bei denen man sinnvollerweise eventuell auch neue Werkzeuge entwickeln müsste?
Ja absolut. Es gibt verschiedene Arten von Kooperationen. Bei einigen geht es um die gemeinsame Kommunikation oder Storytelling. Bei anderen geht es um den Verkauf von Produkten mit einem Bundle (mit einem existierenden Produkt oder einem neuen Produkt-Launch) und dann gibt es noch Partnerschaften wo wir längerfristig gemeinsame Produkte entwickeln möchten wo spezielle Funktionen erfüllen müssen. Solche Partnerschaften sind im Moment ebenfalls längerfristig geplant und angedacht. Hier gibt es aber auch verschiedene Optionen und Möglichkeiten: Schalenmaterial, Funktionen, Material, Verpackung und viele weitere Möglichkeiten.
Wir freuen uns auf die zukünftigen Projekte
Was war für dich persönlich die spannendste Kooperation/Zusammenarbeit der letzten Jahre?
In den vergangenen Jahren war die Partnerschaft mit Adidas eigentlich ein absolutes Highlight. Der gemeinsam entworfene Schuh mit Details von beiden Marken, dem Co-gebrandeten Schuhkarton sowie dem Victorinox Rucksack als Verpackung für Influencer war wirklich toll. Von Seiten Victorinox gab es dazu das passende Taschenmesser in Form eines Classic SD, welches mit einem Leder-Etui an den Schuh gemacht werden konnte.
Leider hat uns diese Partnerschaft aber auch aufgezeigt, dass unvorhergesehene Herausforderungen auftreten können. Aus diesem Grund wurde der Launch der Schuhe in Europa dabei von Adidas gestoppt und wir konnten unsere beiden Heim-Märkte Schweiz und von Seiten Adidas Deutschland leider nicht beliefern. Das hat uns als Marke und natürlich auch mich persönlich sehr geschmerzt. Wir hatten sehr viel Herzblut in das Projekt gesteckt und waren überzeugt unseren Kunden mit dieser Kooperation etwas Einmaliges bieten zu können.
Im Moment bin ich aber auch sehr happy im Bereich des Sponsorings und der neuen Partnerschaft mit MS Sport. Dort sind wir neu Titelsponsor der Outdoor & Sport Camps für Kinder, welche in der Ferienzeit eine ganze Lagerwoche zusammen draussen in der Natur (mit einer Unterkunft) verbringen. Dabei gibt es auch einen Victorinox Challenge Day, wo wir in jedem Lager einen Schnitz-Profi von uns stellen und den Kindern den Umgang mit dem Taschenmesser näherbringen. Sie schnitzen ihre eigene Gabel für das Abendessen. Das ist unsere Investition in die Zukunft und damit möchten wir auch Kinder wieder mehr animieren draussen in der Natur unterwegs zu sein und den Umgang untereinander aber auch mit einem Taschenmesser wieder zu erlernen. Ziel ist in den kommenden Jahren die Anzahl Lager stark zu erhöhen.
Wie wichtig ist es in einer Kooperation, dass Grundwerte von Victorinox mit den Grundwerten der Firma zusammenpassen?
Das ist für die Familie Elsener, Victorinox und auch für unser Team ein absolut zentraler Punkt. Wir prüfen unsere Partner im Vorfeld ber verschiedene Kriterien, bevor eine Zusammenarbeit zustande kommt. Natürlich können immer unvorhersehbare Dinge passieren, aber das Risiko kann mit einer guten Prüfung drastisch reduziert werden. Natürlich muss man sich auch bewusst sein, dass nicht jeder Partner auch jedem Kunden von Victorinox gleich zusagen kann. Hier ist sicher auch eine Herausforderung in den unterschiedlichen Interessen unserer Kunden sowie den einzelnen Produkt-Kategorien spürbar.
Das Ziel mit einem neuen Partner kann aber auch die Erweiterung der Kundengruppen sein. Deshalb gibt es auch hier verschiedene Bereiche in einer Zusammenarbeit die eine geht mehr auf gemeinsame Kommunikation, andere verfolgen eher einen Performance-Orientierten Ansatz oder sogar in die gemeinsame Produkt-Entwicklung. Das wird jeweils im Vorfeld innerhalb der Teams besprochen und klar kommuniziert welchen Zweck die Partnerschaft erfüllen soll.
Welche Art von Kooperationen können wir in Zukunft erwarten?
Wir haben im Moment wirklich sehr spannende Partnerschaften in der Pipeline aktuell mit dem Fokus auf Taschenmesser und die Berufs- und Haushaltsmesser.
Insbesondere bei den Taschenmessern möchten wir wieder neue Flaggschiffe setzen und auch global relevante Partnerschaften umsetzen. Diese würden uns dann auch über mehrere Jahre begleiten. Ihr dürft dabei sehr gespannt sein (das geht über mögliche Produkt-Entwicklungen und limitierte Editionen bis hin zu tollen Geschichten). Auf Seiten der Haushalts- und Berufsmesser werden wir unsere Partnerschaften gezielt ausbauen und auch bspw. Partner Kochschulen welche exklusiv mit unseren Messern arbeiten in den einzelnen Märkten suchen und aufbauen. Auch den ganzen Bereich Tourismus (Fokus Schweiz) werden wir ausbauen und tolle Kampagnen und Konzepte dazu ausrollen. Selbstverständlich werden auch die bestehenden Partnerschaften weiterhin genutzt und tolle Umsetzungen geplant.

(Philipp Steiner, ganz rechts im Bild)
Vielen Dank an Philipp und bleibt dran
Ein herzliches Dankeschön an Philipp für die spannenden Einblicke und an euch für eure vielseitigen Fragen.
Wer sollte eurer Meinung nach als Nächstes Teil des Formats 5 Fragen an werden
Schreibt es uns gerne in die Kommentare wir freuen uns auf eure Vorschläge.