Ich verstehe die Gedanken, aber habe selbst keine Probleme damit, wenn andere Nutzer ihr Community-Messer weiterverkaufen.
Neben dem Erschöpfungsgrundsatz (Käufer einer Sache darf nach dem Kauf verfügen wie er möchte) ist die Preisfindung mein Haupt-Argument. Da das Messer offiziell nicht mehr erhältlich ist, ist die Nachfrage größer als das Angebot und damit steigt der Preis.
Möglichkeiten von Victorinox:
- Das Messer direkt zu einem so hohen Preis anbieten, dass selbst Sammler nicht bereit wären, einen noch höheren Preis zu zahlen. Bloß würde dann niemand mehr kaufen.
- Die Limitierung des Messers aufheben und das Messer unbegrenzt nachproduzieren, ununterscheidbar vom Original. Dann kauft niemand mehr "gebraucht" bei Wiederverkäufern; allerdings verliert das Messer dann seinen Wert direkt mit.
- Das Community-Messer ganz einstellen. Dann fallen all diese Probleme weg.
Beim Handel mit limitierten Gütern (z.B. auch bei Armbanduhren oder Autos) ist das mit einkalkuliert.
Zum Beispiel bei Rolex ist es wohl so, dass wenn man eine limitierte Rolex bekommt, sie direkt nach Kauf ihren Wert schon erhöht, weil Rolex das Monopol auf Rolex-Uhren hat (logisch!) und es mehr Nachfrage als Angebot gibt. Da ist das in das Geschäftsmodell einkalkuliert, weil die Käufer erstmal ein paar Mal zu einem Juwelier gehen müssen, um billigere Rolex-Uhren zu kaufen, damit der sie irgendwann berücksichtigt, wenn sie eine limitierte Rolex haben möchten.
Selbst bei sowas wie Segelflugzeugen gibt es solche Effekte, dass ein gebrauchtes Segelflugzeug teurer weiterverkauft werden kann als es neu kostet; hier deswegen, weil die Lieferzeiten bei Bestellung eines neuen Flugzeugs so lang sind.
So sind einfach die Gesetze des Marktes.
Zurück zu Taschenmessern: Wenn wir uns "Community Regeln" geben, bringt das überhaupt nicht, weil Wiederverkäufer einfach die Regeln missachten können. Und das Community-Messer war auch nicht wirklich auf "1 pro Person" limitiert, weil Wiederverkäufer einfach ihre Partner, Freunde, Familie etc. auch bestellen lassen könnten. (Wer damals in der Community war, konnte Leute einladen, auch in die Community zu kommen, so wären Mehrfach-Bestellungen möglich gewesen.)
Letztlich müssten diejenigen, die ein Community-Messer nachkaufen möchten, denjenigen, die heimlich über diesen Trick mehr Messer gekauft haben, dankbar sein, weil so das Angebot auf dem Zweitmarkt steigt.
(Übrigens: Nein, ich besitze mein Community-Messer noch. Das biete ich nicht zum Kauf an, auch wenn meine Argumentation in diese Richtung ging.)