Jetzt erst das hier gesehen, und ich verstehe es nicht.
Die Features sind im wesentlichen: Normales Taschenmesser, mit leuchtenden Schalen, mit Taschenlampe und Extra-Pfeife.
Erstmal zu den Schalen: Die Schalen leuchten nur, wenn sie vorher mit Licht aufgeladen wurden, und im Notfall, wenn ihr hofft, das Teil in der Tasche zu haben, sind sie das natürlich nicht. Die bieten also null Mehrwert, wenn es in einer Notsituation drauf ankommt und sind nur nice-to-have. Vorteilhaft nur, um das Teil zu finden, wenn es irgendwo liegt, z.B. wenn man es zu Hause dringend braucht und es leuchtend im Regal liegt.
Das kleine ist ein Spielzeug. Ganz ehrlich, was sollen das für Notfälle sein, wo man erstmal seine Nagelpfeile auspackt. Und wenn ich unterwegs Licht brauche, kurz das Handy an. Zu Hause hätte ich eine Stirnlampe mit richtig Wumms. Bleibt die Pfeife. Hat die jemand ausprobiert, ist die lauter als man als Mensch rufen und schreien könnte?
Das große ist laut Beschreibung dazu gedacht, im Notfall Wasser kochen zu können u.ä., d.h. einigermaßen geplante Aktionen durchzuführen. Für mich auch kein Mehrwert ggü. einem „normalen“ Taschenmesser und die Extras sind für Notsituationen Spielerei. Wenn tagelang der Strom ausfällt (siehe Berlin) und die Leute Wasser auf offenem Feuer kochen müssten, ich würd einfach ein Feuerzeug nehmen. Für den Rest einfach auf das EDC vertrauen und gut ist, oder zu Hause auf die Sammlung.
Für Notfälle gehört noch dazu, dass man mit dem Werkzeug umgehen können muss. Wahrscheinlich haben aber die wenigsten eine Survival-Ausbildung. Können die Käufer kurz beantworten, ob eine ausführliche Anleitung beiliegt?
Mein Eindruck ist, die beiden Modelle sind für die Vitrine designed und ich tippe, da werden die meisten auch landen. Da leuchten abends dann auch die Schalen. Wenn es drauf ankommt ist das Swiss-Champ deutlich günstiger und hat bessere Werkzeuge.
Wie @MichaelRothenpieler geschrieben hat, das beste Messer ist das, welches man dabei hat. So ein Teil zusätzlich zum EDC mitzunehmen macht doch keiner. Der einzige Vorteil den ich sehe ist: Wenn wirklich Kriegszustände herrschen, hat man ein Tauschgut.
Kurz noch paar Worte zum Eingangspost von @Jessica.
Abgesehen davon, dass ich den künstlichen Schreibstil von ChatGPT wirklich total abstoßend finde, finde ich die Bezugnahme auf den Thread nach der Silvester-Katastrophe unpassend. Dort geht es darum, welche Messer einem helfen können, aus brennenden Bars herauszukommen, oder bei ähnlichen Katastrophen sich selbst helfen zu können. Das war ein ernstgemeintes Thema. Dem wird es meiner Meinung nach Null gerecht, eine beleuchtete Nagelpfeile mit Taschenlampe zu haben, und eine Signalpfeile, die „Orientierung gibt, ohne zu überfordern“. Ich fände begrüßenswert, wenn Victorinox sich ernsthafte Gedanken macht, und dann einen zweiten Versuch für Emergency Tools unternimmt. (Ich nehme an, Victorinox hat die beiden Produkte schon lange vor Silvester entworfen, aber im Ausgangspost wurde diese Verknüpfung hergestellt.)